Flugblattaktion des Zentrum Automobils vor den Toren des BMW-Werkes in Leipzig

Flugblattaktion des Zentrum Automobils am 30.08.2017 vor den Werkstoren des BMW – Werkes in Leipzig

Der Tag kann als ein großer Schritt in Richtung gewerkschaftlichen Handelns des Zentrums gewertet werden. Mit mehreren Aktivisten stellten wir uns am frühen Morgen vor die Werktore, um unser Flugblatt zu verteilen. Hintergrund war, uns bei den BMW – Kollegen, sowohl als gewerkschaftliche Alternative zur IGM bekannt zu machen, als auch auf die bevorstehende Betriebsratswahl im Frühjahr 2018 hinzuweisen. Besonders letzteres ist ein wichtiger Punkt. Bei BMW in Leipzig haben sich Kollegen und Mitglieder des Zentrums dazu entschlossen, mit einer eigenen Liste zur Betriebsratswahl anzutreten. Die Reaktionen, sowohl des IGM – Betriebsrats aber auch der Geschäftsleitung, legen Zeugnis darüber ab, wie notwendig dies ist.

Co – Management zwischen Geschäftsleitung und IG Metall funktioniert nur, wenn es keine ernstzunehmende Opposition im Betrieb gibt. Daher stört jede alternative Opposition, sowohl als Betriebsrat wie auch als Gewerkschaft. Einen ersten Vorgeschmack mussten unsere Kollegen bei BMW schon erleben. So wurde ihnen untersagt, mit eigenen Publikationen auf sich aufmerksam zu machen. Zumindest bezogen auf das Zentrum als Vereinigung von Arbeitnehmer in der Automobilindustrie, ist dies ein unerlaubter Eingriff in grundgesetzliche Rechte.
Somit legt dieser Tag auch den Grundstein dafür, gerichtlich gegen BMW – Leipzig vorzugehen. Denn Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes garantiert, jedem Arbeitnehmer sich gewerkschaftlich organisieren und betätigen zu können. Dies schließt selbstverständlich das Recht auf Verteilen eigener Publikationen in jedem Betrieb, in welchem wir über Mitglieder verfügen, ein. Doch wenn es um die traute Zweisamkeit zwischen IG Metall und Geschäftsleitung geht, ist BM – Leipzig offensichtlich bereit, geltendes Recht zu verletzen. So eskalierte nach zwei Stunden unsere Verteilaktion, weil BMW uns Hausverbot erteilte. Da wir damit gerechnet hatten, war unser Anwalt mit vor Ort. Rechtlich gesehen mussten wir dieser Anweisung zwar vorerst Folge leisten, aber dies bietet uns nun die Möglichkeit, juristisch gegen BMW vorzugehen, was folgerichtig dann am selben Tag auch auf den Weg gebracht wurde.

Zwar haben die IG Metall und BMW damit etwas Zeit gewonnen, doch diesen Prozess können wir nur gewinnen. Und damit können wir als Organisation auch den Beweis erbringen, wie wichtig es ist, sich bei uns zu organisieren. Denn nur organisiert können wir dem Kartell zu Ungunsten der lohnabhängig Beschäftigten zwischen den Vertretern großer Konzerne und der IG Metall etwas entgegensetzen.

Dieser massive Eingriff in Grundrechte zeigt, wie nervös Firmen reagieren, wenn es darum geht, Korruption und Vetternwirtschaft aufzudecken.

Von daher war dieser Tag ein voller Erfolg. Wir konnten ca. 2000 Flugblätter in den Betrieb streuen und haben nun die Möglichkeit, einen wichtigen juristischen Erfolg gegen BMW Leipzig zu erlangen. Danke an alle Helfer und an die vielen neuen Bekanntschaften, die dieser Tag mit sich brachte.

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