5400€ Prämie

Daimler ist 2016 langsamer gewachsen. Mit verantwortlich dafür macht Konzernchef Dieter Zetsche das schwache Geschäft mit Nutzfahrzeugen. Die Beschäftigten bekommen trotzdem eine satte Prämie. Für das laufende Jahr stellt Zetsche ein einstelliges Wachstum in Aussicht.

Die Zeiten stürmischen Wachstums sind für Daimler vorerst vorbei. Bei einem Umsatzplus von 3 Prozent auf 153,3 Milliarden Euro kletterte der um Sonderfaktoren bereinigte Vorsteuergewinn (Ebit) 2016 ebenso stark auf 14,2 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Donnerstag mit. In den beiden Jahren zuvor war der Gewinn, angetrieben von einer Aufholjagd in China und einer Modelloffensive, noch um Raten von 36 oder 27 Prozent in die Höhe geschnellt.

Doch 2016 belastete ein Gewinneinbruch im Nutzfahrzeuggeschäft die Bilanz. Die Flaute am Lkw-Markt in den USA und die anhaltende Marktschwäche in Brasilien ließ das bereinigte Vorsteuerergebnis der Sparte um ein Viertel absacken.

Analysten hatten im Schnitt mit 14,4 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich verdiente Daimler im vergangenen Jahr 8,8 Milliarden Euro und damit 1 Prozent mehr. Die Dividende soll wie im Jahr zuvor 3,25 Euro je Aktie betragen.

5400 Euro Prämie für jeden Mitarbeiter

Auch wenn sie etwas kleiner ausfällt – die Beschäftigte von Daimler erhalten für das vergangene Jahr eine satte Prämie. Jeweils 5400 Euro zahlt Daimler 130.000 in Deutschland nach Tarifvertrag Beschäftigten im April extra. Im Vorjahr betrug die Prämie noch 5650 Euro. Die Ausschüttung bemisst sich am operativen Gewinn. Weltweit beschäftigte Daimler zum Jahresende 282.488 Mitarbeiter nach 284.015 im Vorjahr. In Deutschland blieb die Zahl der Mitarbeiter mit 170.034 fast stabil.

Vorstandschef Dieter Zetsche erklärte angesichts erneuter Bestmarken bei Absatz, Umsatz und Gewinn, Daimler habe so viel Finanz- und Innovationskraft wie nie, um neue Trends wie die Elektromobilität oder Vernetzung des Autos zu gestalten. Für das laufende Jahr stellte Zetsche einstelliges Wachstum in Aussicht. Absatz, Umsatz und Vorsteuerergebnis sollen “leicht” steigen.

Viertes Quartal verlief schwächer als erwartet

bedeutet beim Gewinn eine Spanne von 2,5 bis 10 Prozent – von Reuters befragte Analysten hatten ein Gewinnplus von knapp 10 Prozent erwartet. Die Hauptsparte Mercedes-Benz Pkw soll dank neuer Modelle wie der E-Klasse deutlich wachsen. Im Lkw-Geschäft erwartet der Konzern dagegen einen leichten Gewinnrückgang.

Erleichtert wird das Wachstumsversprechen, da der Dax-Konzern einen anderen Maßstab für sein Gewinnziel nutzt als bisher. Ab 2017 richtet sich Daimler wegen strengerer EU-Vorschriften nach dem unbereinigten Vorsteuerergebnis. Dieses lag wegen Sonderlasten von rund 1,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr bei 12,9 Milliarden Euro. Die Ausgangsbasis ist damit niedriger.

Das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2016 schloss der Auto- und Nutzfahrzeughersteller beim Gewinn etwas schlechter ab als von Analysten erwartet. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte von Oktober bis Dezember um drei Prozent auf 3,58 Milliarden Euro.

rei/Reuters

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